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Wirklich gut zu wissen:
Grundwissen Fütterung

Kraftfutter und Getreide – in der heutigen Zeit sehr wichtig
Das Pferd ist heute viel größer, muskulöser und damit anspruchsvoller als sein kleiner, frei lebender Vorfahre. Oft reicht deshalb Raufutter als Alleinfutter nicht aus. Selbst in der reinen Erhaltung benötigen die meisten Pferde eine Grundration an Getreide und weiteren Nährstoffen (Vitamine, Mineralien, etc.). Sonst sind sie möglicherweise unterversorgt. Eine Unterversorgung erkennt man bei Pferden häufig an einem aufgedunsenen Bauch, bekannt als „der hochtragende Wallach“. Der Grund für den „dicken“ Bauch: Heu, Gras und Stroh sättigen nicht richtig, das Pferd frisst also weiter Raufutter, das große Mengen Wasser im Darm festhält. Das Resultat daraus ist ein Wasser- bzw. ein Hungerbauch. Eine moderate, angepasste Fütterung mit einem guten Müsli hingegen sättigt und fördert den gesunden Körperbau eines Pferdes. Vielfältige Dinkel-Müslis sind hier eine optimale Lösung.

Oft wird argumentiert, dass Pferde früher in der Natur auch kein Getreide brauchten. Vor 7.000 Jahren war dies auch zutreffend, als Pferde ohne menschlichen Einfluss in der Natur lebten und sich von Gräsern, Blättern, Rinde und gelegentlich auch von Früchten oder Samenkörnern ernährten. Die Natur betrieb damals eine harte Selektion: Wer zuviel Futter benötigte, starb aus. Erst viel später fing der Mensch damit an, das Pferd zu domestizieren. Wie für andere Nutztiere, gab es auch für Pferde bestimmte Zuchtziele. Dazu gehörten Körpergröße, Muskulatur, Leistung, Ausdauer, Schnelligkeit, Konzentrationsfähigkeit, Farbe oder Charakter, nicht aber eine gute Futterverwertung. Das wichtigste Zuchtziel der Natur wurde also vom Menschen nicht berücksichtigt. So haben unsere heutigen Pferde mit den Urpferden nicht mehr viel gemeinsam. Und sogar das heutige Gras ist nicht mehr wie vor 7.000 Jahren, denn der Mensch züchtete auch hier – oft im Hinblick auf Rinder- und Kuhhaltung. Die heutigen Hochleistungsweiden sind deshalb für Pferde viel zu einseitig. Um der veränderten Genetik der Pferde und ihrer Weiden gerecht zu werden, ist es also heute sehr wichtig, die Pferdenahrung mit Getreide anzureichern.

 
Wasser – achten Sie auf beste Qualität und Sauberkeit!
Jedes Pferd braucht eine sehr gute Versorgung mit Trinkwasser. Dabei kann die Qualität nicht hoch genug sein. Generell ist auch für Pferde das städtische Leitungswasser zu bevorzugen. Brunnen-, Bach- und gesammeltes Regenwasser sind häufig eine Risikoversorgung, denn oft schädigen Giftstoffe (wie Nitrat und Schwermetalle), Keime oder auch Parasiten den Organismus des Pferdes.
 
Heu – besonders wichtig!
Heu ist für unsere Pferde das Futter Nr. 1. Für eine artgerechte und gesunde Ernährung sollte Heu immer beste Qualität aufweisen; dazu gehört eine maximale Reinheit bzgl. Staub und Schimmel. Ein später Schnitt sorgt für gute Struktur. Am besten für so gut wie alle Pferde ist täglich mehrfache Fütterung – oder sogar ständiger Zugang zum Heu.
 
Stroh – hier gilt das „Reinheitsgebot“
Auch bei Stroh gilt: Es sollte maximale Reinheit aufweisen und weitestgehend frei von Staub und Schimmelbelastung sein. Achtung nach einer Wurmkur: Die Larven können durch das Stroh direkt wieder aufgenommen werden!
 
Möhren und Äpfel – ab und zu als Belohnung
Möhren und Äpfel gehören nicht zu den Grundnahrungsmitteln eines Pferdes, man sollte sie deshalb nur als kleines „Dankeschön“ zwischendurch einsetzen. So sind ein oder zwei Möhren oder Äpfel am Tag zwar unbedenklich; in großen Mengen sieht es jedoch schon anders aus. Möhren belasten mit ihrem oft extrem hohen Nitratgehalt häufig den Stoffwechsel, und Äpfel sind wegen der hohen Anteile von Fruchtsäuren und der abführenden Wirkung (Durchfall) in größeren Mengen sogar bedenklich.
 
Kräuter – nur wenn es nötig ist
In der freien Wildbahn versorgt sich das Pferd instinktiv mit den Kräutern, die der Körper bei möglichen Problemen zur Linderung benötigt. Auf unseren „modernen” Weiden findet das Pferd aber kaum noch natürliche Heilkräuter. Diese haltungsbedingte Lücke lässt sich durch ausgesuchte Kräuterprodukte schließen. Eine permanente Fütterung mit Kräutern ist jedoch außer in chronischen Fällen nicht zu empfehlen. Es ist besser, Kräuter im Bedarfsfall nur kurz, aber intensiv zu füttern. Dabei sollten die Fütterungsempfehlungen stets beachtet werden.