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Fellwechsel

Stoffwechsel beim Pferd unterstützen: Ursachen erkennen und gezielt helfen

Im Frühjahr und Herbst zeigt sich bei vielen Pferden ein ähnliches Bild: Das Fell wirkt stumpf, der Fellwechsel zieht sich, und dein Pferd macht insgesamt einen müden, weniger leistungsfähigen Eindruck. Oft steckt dahinter ein Stoffwechsel, der gerade besonders viel zu tun hat. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen kannst du den Stoffwechsel deines Pferdes mit Geduld, einer angepassten Haltung und der richtigen Fütterung spürbar unterstützen.

Wenn der Stoffwechsel deines Pferdes aus dem Takt gerät

Der Stoffwechsel ist die Summe aller Vorgänge, mit denen der Körper Nährstoffe verwertet, Energie bereitstellt und Abbauprodukte wieder loswird. Die Leber spielt dabei eine zentrale Rolle. Solange alles rundläuft, merkst du davon nichts. Wird das System aber stärker gefordert – etwa im Fellwechsel oder nach einer Belastungsphase –, zeigen viele Pferde erste Anzeichen.

Typische Signale für eine belastete Stoffwechsellage

  • stumpfes, glanzloses Fell und ein schleppender, langer Fellwechsel
  • nachlassende Leistungsbereitschaft, schnelles Ermüden, allgemeine Trägheit
  • häufige Hautthemen wie Schuppen, Juckreiz oder schlecht heilende kleine Wunden
  • schwankender Appetit oder wählerisches Fressen

Wichtig: Solche Anzeichen sind unspezifisch. Sie sind ein Grund, genauer hinzuschauen – kein Anlass für Panik.

Häufige Ursachen für einen belasteten Stoffwechsel

Damit du gezielt helfen kannst, lohnt sich der Blick auf die Auslöser. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen.

Saisonale Belastung durch den Fellwechsel

Zweimal im Jahr stellt der Pferdekörper das komplette Haarkleid um. Das kostet Energie, Eiweiß und Spurenelemente – und fordert den gesamten Stoffwechsel deutlich.

Fütterung mit viel Zucker und Stärke

Reichlich Kraftfutter, zuckerreiches Gras oder energiedichte Müslis können den Stoffwechsel stärker fordern, als es für das jeweilige Pferd nötig wäre. Besonders leichtfuttrige Pferde reagieren darauf empfindlich.

Übergewicht, Bewegungsmangel und Belastungen von außen

Zu viele Kilos und zu wenig Bewegung bringen den Energiestoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Auch Medikamentengaben, eine durchgemachte Erkrankung, Stress durch Stallwechsel oder hohe sportliche Beanspruchung fordern den Stoffwechsel zusätzlich.

Welche Folgen ein überlasteter Stoffwechsel haben kann

Ein dauerhaft geforderter Stoffwechsel bleibt selten ohne Auswirkungen. Wenn du längere Zeit nicht gegensteuerst, können sich die anfangs harmlosen Signale verstärken:

  • Das Pferd wirkt über Wochen schlapp und kommt schlecht „in die Gänge".
  • Fell- und Hautprobleme ziehen sich hin, der Fellwechsel dauert ungewöhnlich lange.
  • Die allgemeine Widerstandskraft kann nachlassen – das Pferd erholt sich langsamer.

Deshalb ist es sinnvoll, früh und in Ruhe zu reagieren. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Symptomen führt der erste Weg immer zum Tierarzt, idealerweise mit einem Blutbild.

Was du konkret tun kannst

Bevor man an Ergänzungen denkt, lohnt sich der Blick auf die Basics. Sie wirken oft am stärksten – und kosten nichts außer Aufmerksamkeit.

  • Tierärztlich abklären lassen: Ein Blutbild zeigt, ob Leber- und Stoffwechselwerte im Rahmen liegen.
  • Bewegung in den Alltag bringen: Regelmäßige, ruhige Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung.
  • Wasserqualität prüfen: Nur mit ausreichend frischem Wasser kann der Körper Abbauprodukte ausscheiden.
  • Stress reduzieren: Ein stabiler Tagesrhythmus entlastet das Pferd gerade in fordernden Phasen.

Fütterung als zentraler Baustein

Die Fütterung ist der Hebel, an dem du den Stoffwechsel am direktesten beeinflusst. Hier geht es weniger um „mehr", sondern um das Passende.

Raufutter an erste Stelle setzen

Gutes, hygienisch einwandfreies Heu in ausreichender Menge ist die Grundlage einer gesunden Verdauung. Eine funktionierende Verdauung entlastet den gesamten Stoffwechsel.

Zucker und Stärke im Blick behalten

Prüfe kritisch, ob die Kraftfuttermenge wirklich zum Bedarf deines Pferdes passt. Bei leichtfuttrigen Pferden lohnt es sich, energiereiche Komponenten zu reduzieren.

Pflanzliche Bitterstoffe als traditionelle Begleitung

Bestimmte Kräuter werden in der Pferdefütterung seit Langem rund um Leber und Stoffwechsel geschätzt – allen voran Mariendistel und Artischocke. Sie liefern natürliche Bitterstoffe und gelten als klassische Begleiter, wenn der Stoffwechsel besonders gefordert ist. Viele Halter setzen sie gezielt als zeitlich begrenzte Kur ein, statt dauerhaft zu füttern.

Wann eine gezielte Stoffwechselkur sinnvoll sein kann

Wenn die Grundlagen stimmen und du dein Pferd in einer fordernden Phase zusätzlich begleiten möchtest, kann eine kurweise Fütterung sinnvoll sein. Bewährt hat sich das vor allem im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel sowie nach intensiven Belastungsphasen.

Genau für diese Situationen ist die Kombination Mariendistel & Artischocke gedacht. Sie besteht zu 80 % aus Mariendistelsamen und zu 20 % aus Artischockenblättern – zwei Pflanzen, die sich traditionell ergänzen und seit jeher rund um Leber- und Stoffwechselfunktionen eingesetzt werden. Der Fokus liegt bewusst auf wenigen, natürlichen Komponenten statt auf einem überladenen Zusatzstoff-Mix.

In der Praxis lässt sich die Mischung einfach über mehrere Wochen unter das gewohnte Futter geben. Die Fütterungsempfehlung liegt bei 60 g pro Tag für Großpferde und 40 g pro Tag für Kleinpferde. Ein Hinweis: Bei tragenden Stuten und Fohlen sprichst du vor der Fütterung bitte zuerst mit deinem Tierarzt.

Fazit

Ein belasteter Stoffwechsel zeigt sich beim Pferd meist leise: durch stumpfes Fell, einen zähen Fellwechsel und nachlassende Frische. Am wirksamsten hilfst du deinem Pferd, indem du an den Grundlagen ansetzt – tierärztliche Abklärung bei deutlichen Anzeichen, Bewegung, gutes Wasser, weniger Stress und vor allem eine durchdachte Fütterung. Pflanzliche Begleiter wie Mariendistel und Artischocke können diese Basis in fordernden Phasen sinnvoll ergänzen, ersetzen sie aber nicht. Wenn du unsicher bist, welche Lösung zu deinem Pferd passt, hilft dir die kostenlose Futterberatung weiter.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass der Stoffwechsel meines Pferdes belastet ist?

Typische, aber unspezifische Anzeichen sind stumpfes Fell, ein langer Fellwechsel, nachlassende Leistungsbereitschaft sowie Haut- und Appetitthemen. Bei deutlichen oder anhaltenden Symptomen ist eine tierärztliche Abklärung ratsam.

Wann ist eine Stoffwechselkur beim Pferd sinnvoll?

Viele Halter führen eine Kur im Frühjahr und Herbst zum Fellwechsel durch oder nach intensiven Belastungsphasen, weil der Stoffwechsel dann besonders gefordert ist.

Welche Rolle spielt die Fütterung für den Stoffwechsel?

Eine sehr große. Gutes Raufutter, eine bedarfsgerechte Energiezufuhr und eine ausgewogene Mikronährstoffversorgung entlasten den Stoffwechsel. Pflanzliche Bitterstoffe wie Mariendistel und Artischocke werden traditionell ergänzend eingesetzt.

Wie lange dauert eine Stoffwechselkur und wie oft im Jahr?

Üblich ist eine kurweise Fütterung über mehrere Wochen, klassisch zweimal jährlich passend zum Fellwechsel. Eine dauerhafte Gabe ist meist nicht das Ziel.

Muss ich vor einer Kur den Tierarzt fragen?

Bei gesunden Pferden ist eine kurweise Ergänzung in der Regel unkompliziert. Bei tragenden Stuten, Fohlen, Vorerkrankungen oder deutlichen Symptomen solltest du vorab Rücksprache mit deinem Tierarzt halten.

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